Die abenteuerliche Reise eines Tölpels
 

Fabel über die Galapagos-Inseln

von Brigitta Hoffmann

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Es war einmal ...

weit draußen im unendlichen Meer. Ein Vulkan brach aus. Und noch einer und wieder einer. Inseln tauchten empor. Pflanzen siedelten sich an. Tiere schwammen, paddelten und flogen heran. Auf den einsamen Inseln begann ein paradiesisches Leben. Ein Leben wie in einem Paradies? Nun ja, zumindest so wie Menschen sich das vorstellen. Wohl fressen die Seelöwen Fische, sie haben vielleicht nichts anderes gelernt; täten sie es nicht, müssten sie umdenken oder verhungern. Die Riesenschildkröten und die bunten Meeresechsen leben friedvoller. Genügsam kauen sie die trockenen Flechten, die auf den kargen Felsen wachsen und die spärlichen Pflanzen, die im Sande aufkeimen. Die Vulkane sind mit dem Alter träge geworden, sie röhren nicht mehr, speien weder Feuer noch gebären sie neue Inseln. So war lange Zeit alles beim Alten geblieben. Vielleicht erinnerten sich die Götter noch an die Zeiten, als die Inseln inmitten des Meeres glühende Feuergarben warfen, Schwefel dampften und Wassersäulen in den Himmel stießen, aber weder Tier noch Mensch können so weit zurückblicken.

Eines Tages, Tausende oder gar Millionen von Jahren waren schon vergangen, da jagte ein Orkan ein Schiff .....
 
 
 

und was geschah dann?
 


 

Es gab noch einen weißen Vogel mit einer graugestromerten Frisur und schwarzen Flügeln, der tollpatschig landete. Die Möwen lachten. Und wenn die Menschen ihn sahen, dann belustigten sie sich an seiner tölpischen Art. „So ein Tölpel!“ Warum verspotten Menschen die Unzulänglichkeit von anderen? Die klugen Vögel wurden darüber sehr traurig. Sie sannen auf Abhilfe. Aber es gelang ihnen, auch der vielen Übung zum Trotz nicht, eleganter zu landen. Man müsste sich anders behelfen, wenn man nicht mehr zum Ziel des Spottes werden wollte. Der eine Tölpel setzte sich eine schwarze Maske auf, damit man ihn nicht mehr erkennen sollte. Flugs war seine Verkleidung durchschaut und man nannte ihn Maskentölpel. Ein anderer Tölpel hatte beobachtet, dass die Haut der Menschen rot wird, wenn sie sich schämen. Da der Vogel den ganzen Körper voll Federn hatte, konnte man das nur seinen Füßen ansehen. Ihr könnt sicher erraten wie man ihn fortan bezeichnete: Rotfußtölpel.
Ein weiterer aus dieser Tölpelfamilie versuchte nur noch zu wassern. Graziös sah auch das nicht aus und das Dumme daran war, er bekam davon ganz kalte eisblaue Füße; so ließ er es bleiben. Doch all seine Nachkommen hatten die Blaufüßigkeit geerbt. So wurde er der Blaufußtölpel gerufen.
Durch die äußere Veränderung waren die Tölpel einander fremd geworden, sie verließen ihre Heimatinsel und zerstreuten sich. Auf den neuen Inseln lebten sie unbeschwert dahin und bauten Nester, legten Eier und vermehrten sich.

Eines Tages, es waren gewiss schon viele hundert Jahre vergangen, seit die ersten Menschen die Inseln gefunden und zu ihrer Wohnstätte gemacht hatten, da kamen neue Menschen dorthin. Sie suchten weder Wasser noch Nahrung....
 
 
 
 

was wollten die denn dort ?
 
 
 
 
 
 

Eines Morgens als die Sonne aufging, sang dies beherzte, blaufüßige Tölpelmädchen ein Abschiedslied und flog fort.

Ob nach Osten oder nach Süden, wer weiß das schon? Vielleicht einfach nur der Sonne nach, denn Vögel beschäftigen sich im Allgemeinen nicht mit Geographie. Als die Sonne ihrem Tageslauf vollendet hatte, sank sie müde und fieberrot ins Meer. Im letzten Licht sah die erschöpfte Tölpeline ein paar Felsen aufragen. Sie hielt darauf zu und ließ sich nieder. Kaum spürte sie festen Boden unter den Füßen, steckte sie den graugestromerten Kopf unter den dunklen Flügel und schlief augenblicklich ein.
 

Ein charmante Stimme flüsterte: „Oh, habe ich dich geweckt? Schon eine ganze Weile bestaune ich deine Füße. Ist die Farbe echt? So ein himmlisches blau. Noch blauer als mein Schnabel.
 

und so endet das Märchen:
 

Und wenn die zwei mit ihrem Küken nicht fortgeflogen sind, so haben sie noch viele weitere Kinderchen bekommen, und leben auch heute noch vergnügt auf der kleinen Insel mit dem biederen Vulkan.

Und was dazwischen geschieht, kannst du erfahren, wenn du das Heftchen bestellst oder dich einfindest, wenn die

GinkyoFee die Fabel erzählt.

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